@hebammehelen Hysterektomie aufgrund von Endometriose & Adenomyose...
- vor 3 Tagen
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TW: Fehlgeburt
Meine Endometriose & Adenomyose war so schlimm, dass ich mir mit 28 die Gebärmutter habe entfernen lassen. Aber fangen wir mal von vorne an.
Ich hab mit 14 meine Periode bekommen & schon immer Schmerzen gehabt. Ibuprofen war mein bester Begleiter. In der Schulzeit „musste“ ich da durch. Meine Mutter kannte den Schmerz genau so & deshalb hat niemand aus meiner Familie, meinem Umfeld oder ich selber den Schmerz hinterfragt. Mit 19 fing ich meine Ausbildung zur Hebamme an. Mein Bewusstsein für Gesundheit, den weiblichen Körper und den Zyklus wurde immer größer und lauter wurde die Stimme in meinem Kopf, die doch an der Intensität der Schmerzen gezweifelt hat. Wie oft bin ich im Dienst blutend ausgelaufen, konnte kaum stehen & es gab durchaus Dienste, zu denen ich mich krankmelden musste. Ich hatte einen nachgewiesenen chronischen Eisenmangel („Dann iss halt mal mehr Fleisch!“) und war Dauererschöpft. Schichtdienst und wahnsinnig viel Druck in der Ausbildung selbst haben es nicht besser gemacht. Ich war bei unterschiedlichen Gynäkologen (nie ein auffälliger Befund), Heilpraktikerinnen (das half manchmal für eine bestimme Zeit) und Osteopathen (das half auch mal kurz). Eine klare Diagnose gab es nie & somit auch keine richtige Therapie. Mittlerweile bin ich 22 Jahre alt und habe meinen heutigen Ehemann kennengelernt. Mein Bauchgefühl hat mir ab dem Punkt immer gesagt, wenn du Kinder willst - dann jetzt. Und das hat mich wahnsinnig gestresst. Ich wollte meinen Partner und mich nicht so unter Druck setzen, doch mein Körper hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Nach meiner Ausbildung habe ich in einem Kölner Krankenhaus gearbeitet & auch da haben mich Kolleginnen regelmässig geschalt oder untersucht, weil ich von Adenomyose gehört habe (ich weiß, ein Ultraschall dient nicht der Diagnostik). Alles war aber immer unauffällig und ich hab die Möglichkeit einer Bauchspiegelung immer weiter vor mir her geschoben, weil ich Angst vor der Diagnose hatte.
2018 wurde ich dann schwanger & verlor das Kind in der 7. Schwangerschaftswoche. Die kleine Geburt fühlte sich an, wie meine Periode & mir war bewusst, dass mein Schmerz nicht „eingebildet“ oder zu intensiv war. Jede Blutung hat sich wie eine Geburt angefühlt.
Kurz nach der Fehlgeburt wurde ich sofort wieder schwanger & für mich fing eine sehr angespannte Zeit an. Bis mein Sohn 2019 im Mai schnell zu Hause geboren worden ist, war ich sehr angespannt. Und auch unter Geburt habe ich gedacht, krass meine Periode fühlt sich ähnlich an.
2 Jahre später wurde ich wieder schnell schwanger. Zwischendurch hatte ich sehr schlimme Regelblutungen mit Schmerzen & auch da sagte meine Gynäkologin, dass das niemals Endometriose sei, sonst wäre ich nicht schwanger geworden.
Ein halbes Jahr nach Geburt meiner Tochter im April 2021 wurde es von Periode zu Periode schlimmer. Ich konnte in der Zeit kaum selbstständig arbeiten. 3 Tage vor Periode begannen die Schmerzen, ich konnte kaum Urin lassen, Tampons waren der Horror und meine Hausbesuchstouren als selbstständige Hebamme habe ich immer mit Pause zu Hause eingeplant, weil ich so viel geblutet habe. Und dann wurde mir endlich klar, jetzt ist Schluss. Ich kann nicht mehr. Ich war so müde, erschöpft, ausgeblutet und angespannt durch diesen Schmerz, dass ich im Januar 2023 endlich den Weg in eine spezialisierte Endometriose Klinik gefunden habe.
Dort war direkt im Ultraschall eine sehr verdickte Gebärmutter Vorderwand zu sehen (4cm statt 1cm), der untersuchende Arzt hat sich richtig gefreut, weil er meinte so eindeutig sieht man es selten. Nach dem Termin habe ich Rotz und Wasser geheult - weil ich mich endlich ernstgenommen gefühlt habe.
Schnell war klar, dass ich mich einer Bauchspiegelung unterziehen würde - Hormone waren für mich keine Option mehr. Ich habe in meiner Jugend mehr als 7 Pillen durch & ich habe nicht eine Vertragen.
Er erzählte von der Goldnetz Methode - damit würde man zumindest die Blutungsstärke reduzieren - nicht die 1. Wahl bei Adenomyose, aber ich wollte es zumindest versuchen, bevor ich mein Organ hergeben würde. Hysteroskopie unauffällig & Goldnetz unkompliziert durchgeführt im Mai 2023.
Leider hat es nichts gebracht. Weder am Schmerz, noch an der Blutung. Und so habe ich beschlossen, mir im Oktober 2023 die Gebärmutter entfernen zu lassen. Ich bin dankbar, unkompliziert zwei gesunde Kinder auf die Welt gebracht zu haben & die Op lief gut. Meine gesamten Beckenschaufeln waren befallen & in der Pathologie wurde eindeutig Adenomyose nachgewiesen.
Der Operateur meinte, dass wenn ich nicht mit 23&25 Mutter geworden wäre, hätte ich jetzt fast 8 Jahre später keine Chance auf eine natürliche Schwangerschaft gehabt. Meine äußerlichen und innerlichen Narben heilten & ich war ganz 6 Monate schmerzfrei.
Doch dann kam der Schmerz zurück. Und gefühlt über als zuvor. Im Februar 2025 habe ich einen halben Zusammenbruch gehabt - ich hatte zwar keine Blutung mehr, aber dafür Schmerzen die so viel schlimmer als meine beiden Hausgeburten war.
Nebenbei wusste ich, dass ich mich beruflich verändern muss. Der Hebammenjob brannte mich immer weiter aus und die Entscheidung für unsere Auswanderung Ende des Jahres nach Mallorca fiel. Im März 2023 startete ich meine Ausbildung zum Breathwork Coach. Ich nahm andere Nahrungsergänzungsmittel auf Mikronährstoffbasis, sanierte meinen Darm & trank nicht einen Schluck Alkohol mehr.
Nach 8 Wochen war ich schmerzfrei. Ich war total überrascht - je mehr ich mein Nervensystem regulierte und mich besser um mich kümmerte - desto besser ging es mir. Und dieser Zustand hat angehalten: Seit Dezember 2025 wohne ich auf Mallorca, arbeite selbstständig als Breathwork Coach und helfe hauptsächlich Frauen, denen es ähnlich ging. Ausgebrannt, erschöpft und in einer besonderen Lebenssituation. Und ich bin so dankbar für meinen Weg.
Ich frage mich schon, was gewesen wäre, hätte ich „weiter“ durchgehalten mit Gebärmutter - aber auch diesen Prozess gehe ich gerade. Ich bin in Frieden mit mir gekommen.
Ich habe akzeptiert was war & bin dankbar schmerzfrei und symptomlos leben zu dürfen.
Helene von @hebammehelen
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