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Ein Wrack mit Vergangenheit – die „Acoa“ in einer Bucht auf Mallorca

  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit


Direkt vor unserer Casa am Strand liegt plötzlich ein Stück Seegeschichte im Sand – die „Acoa“, eine 28 Meter lange Aluminium-Ketsch, die eigentlich eher nach Atlantik als nach Badebucht aussieht. Und doch ist sie hier gestrandet, an der Playa de sa Marjal bei Son Servera, nur wenige Schritte von unserer Familien-Casa entfernt.


Wer morgens die Fenster öffnet, sieht nicht nur das übliche Spiel aus Licht, Wellen und Pinien, sondern dieses gewaltige Segelboot, das regungslos in der Brandung ruht. Fast wirkt es, als hätte jemand es absichtlich dort geparkt – nur dass dieses „Parken“ ein heftiges Sturmtief namens „Harry“ im Januar 2026 übernommen hat. Mit Windgeschwindigkeiten von rund 80 km/h wurde die Yacht damals an Land gedrückt, wo sie sich seitdem nicht mehr aus eigener Kraft befreien konnte. Und heute ist es Juli, und sie steht immer noch hier.



Die „Acoa“ selbst hat eine beeindruckende Vergangenheit. In den 1980er-Jahren in Deutschland gebaut, war sie nie ein gewöhnliches Freizeitboot. Weltumsegelungen, Expeditionen in die Antarktis – dieses Schiff hat eigentlich die großen, kalten und wilden Gewässer dieser Welt gesehen. Und jetzt liegt es hier, im warmen Sand Mallorcas, umgeben von Badegästen, Spaziergängern und neugierigen Blicken.

Was diese Situation so besonders macht, ist nicht nur das Bild selbst, sondern auch die Geschichte dahinter. Die Bergung wäre extrem aufwendig und teuer rund 300.000 Euro werden geschätzt. Zwischen den Eigentümern entbrannte deshalb ein Streit, der so absurd wurde, dass sogar ein Anteil symbolisch für 1 Euro angeboten wurde, nur um aus der Verantwortung zu kommen. Gleichzeitig wächst der Druck der Behörden, weil sich im Rumpf noch Diesel und Öle befinden, die eine Gefahr für die Bucht darstellen könnten. Und so ist die „Acoa“ mehr als nur ein gestrandetes Boot. Sie ist Gesprächsthema, Fotomotiv, Mahnmal und irgendwie auch ein stiller Fremdkörper in einer sonst so lebendigen Küstenlandschaft. Für uns ist sie inzwischen Teil des Alltags geworden – ein bisschen surreal, wenn man bedenkt, dass direkt vor dem Frühstückstisch ein Ozeanriese liegt, der eigentlich die Weltmeere bereist hat.

Vielleicht verschwindet sie irgendwann wieder, vielleicht wird sie geborgen oder zerlegt. Im Moment aber gehört sie einfach hierher – so seltsam das auch klingt – und verändert den Blick auf diese sonst so vertraute Bucht jeden Tag ein Stückchen.


Ich finde sie als Fotomotiv, hervorragend!

Deine Lena!


Quelle:

  • Yacht.de – „Stranded: Becoming a co-owner for 1 euro“

  • Mallorca Magic – Berichte und FAQ zur „Acoa“-Strandung bei Son Servera

  • Majorca Daily Bulletin – „German luxury yacht stranded off Mallorca“

  • Euro Weekly News – Eigentumsstreit und Umweltgefahr der „Acoa“

  • Shipwrecklog – technische Eckdaten und Hergang der Strandung



 
 
 

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